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5.2.2010

BEGEGNUNG MIT DEM GROSSEN BRÜLLAFFEN

Abgelegt unter: Blogroll — admin @ 10:49

05. Febr. 2010

Wer kennt den großen Brüllaffen nicht, wer wüsste nicht, wovon ich

spreche, wer wäre ihm noch nicht begegnet?

.

Schon von weitem hört man ihn brüllen, daher hat er ja auch seinen

Namen. Manch einer muss sich täglich mit diesem Tier

auseinandersetzen, andere nur hin und wieder. Gerne hat er seine

Auftritte bei familiären Auseinandersetzungen.

Er ist überall dabei, wo es um Gewalt und Zerstörung geht. Auch in der

Kanzlei des Rechtsanwalts, in der Familie, auf der Straße, in der Schule,

bei der Arbeit, und in manchen Gerichtssälen hat er hin - und

wieder seinen grossen Auftritt.

Daher sei ihm dieser Aufsatz gewidmet.

.

Der große Brüllaffe ist der Affe, der in uns allen hockt und nur darauf

lauert, endlich mal wieder aufzutreten. Manchmal ist er nur ein

harmloses Streicheläffchen, ein anderes Mal ein gefährliches, reißendes

Raubtier. Jedes Baby hat trägt einen in sich, wobei es diesem meist nur

darum geht, die Windeln gewechselt zu bekommen oder der Wunsch nach

Nahrung oder Zuwendung. Und “er” ist beleibe nicht immer ein Er.

Auch weibliche Brüllaffen gibt es zuhauf.

Mit zunehmender Emanzipation gibt es auch eine zunehmende Anzahl an Frauen,

die meinen, alle anderen zusammenschreien zu dürfen, wie es ihnen gerade paßt.

Ich war mal mit solch einer Brülläffin verheiratet. Ehrlich.

Drei und mehr Stunden lang Anbrüllen auf kurze Entfernung, -

das war ihre Spezialität.

Bleibt nur zu bemerken: … und glücklich geschieden! Im Folgenden ist darum im Zweifel

“er” auch als “sie” zu verstehen.

.  

Der Große Brüllaffe hat seine besten Auftritte in sogenannten „Ho-

Phasen“ (Ho steht dabei für das Englische hostile, feindlich, aggressiv).

Er kommt ganz plötzlich unangemeldet zum Vorschein, und zwar

eigentlich bei  jedem von uns. Der Affe taucht auf, ohne dass wir ihn

bewusst einladen oder auch nur wollten oder uns eingestehen, dass er da

ist. Er ist ganz plötzlich einfach mitten unter uns und richtet dann

meistens jede Menge Unheil an.

.  

Manchmal muss man natürlich auch nur brüllen, weil der Zuhörer

schwerhörig ist, und manchmal ist dieser Zuhörer in Wirklichkeit gar

nicht schwerhörig. Es gibt sogar Dirigenten, die die Musiker ihres

Orchesters (das sind per Definition Menschen, die ganz feine Ohren

haben) ununterbrochen anbrüllen! Das ist so ein Mittelding aus “nicht-

gehört-werden” und Platzhirschverhalten. Bei dem Platzhirsch ist das so

ähnlich, nur dass dort die Brunft dazu kommt. Aber dieser Artikel geht

nicht über den Hirsch, sondern über den Affen!

… 

Die – eigentlich großartigen - Fähigkeiten des Großen Brüllaffens, die  

seine Daseinsberechtigung sind, können beschrieben werden wie folgt:

.  

Tunnelblick, Kurzatmung, hoher Blutdruck, äußerst aggressiv, nicht zum

konstruktiven Denken fähig. Schneller Adrenalinausstoß gesteuert von der

Hypophyse in die Blutadern, dadurch blitzschnelle und unbewusste

körperliche Aktionen und - Reaktionen. Sein Auftreten wird nicht vom

denkenden, konstruktiven Gehirn des modernen Menschen eingeleitet

oder kontrolliert. Es handelt sich um Instinktreaktionen auf gewisse

Auslöser („mandible-reaction“).

Sein Einsatz ist geeignet und eigentlich evolutionsmäßig beispielsweise

dazu bestimmt, lebensbedrohlichen Angriffen von Säbelzahntigern,

Giftspinnen und ähnlichem Getier wirkungsvoll und schnell zu begegnen.

Nur, dass es heute davon recht wenige mehr in unserer Gesellschaft gibt.

Wir sind alle heute weder Säbelzahntiger noch Giftspinnen. Auch wenn

man bei dem Verhalten von einigen Mitmenschen unter uns den Eindruck

bekommen möchte, dass die Evolution davon doch ein paar Gene

bei einigen unserer Menschen eingeschleusst haben könnte und dort

um einige Stufen zurück geblieben sein könnte. Oder, viel

wahrscheinlicher, der grosse Brüllaffe musste früher auch gegen andere

Brüllaffen kämpfen und zwar auf Leben und Tod. Manchmal wurden die

besiegten Brüllaffen im Anschluss daran sogar gekocht und gegessen.

Das kommt heutzutage eher weniger häufig vor.

.

Spass beiseite. Alt ist er, unser Affe. Uralt. Viel älter als ein Neandertaler.

Viel älter als wir uns es überhaupt vorstellen können.

Und entsetzlich unbeirrbar. Er gewinnt immer (nach seiner eigenen,

beschränkten Ansicht). Und er merkt leider nicht im Geringsten, wenn er

destruktiv wird.

.

Mit seiner Tätigkeit ist er immer hochzufrieden. Je mehr dabei kaputt

geht, umso besser.

.  

In Wirklichkeit gewinnt dieser Affe natürlich keineswegs, sondern macht

jede intelligente Kommunikation oder Problemlösungen nur kaputt.

.  

Das hört man dann an – ebenfalls gebrüllten - Sätzen wie: „schrei mich

nicht so an!“, ganz besonders beliebt bei alten Ehepaaren, aber

natürlich nicht nur bei diesen. So etwas liebt der Große Brüllaffe!

.  

Konstruktives Denken scheidet per Definition aus, so lange der Affe da

ist. Er ist nicht im geringsten bisschen geeignet zur

zwischenmenschlichen Problemlösung im einundzwanzigsten

Jahrhundert.

.
Wie wird der Grosse Brüllaffe herbeigerufen?

.  

Der Affe im Menschen sitzt in den tieferen, archaischeren Ebenen der

menschlichen Gehirnrinde fest verankert. Mir ist einmal ein Computer

mit dem System Vista abgestürzt, und vorhanden und benutzbar war

dann nur noch die DOS-Funktion. „C://“

“CD D:// (Change Directory and goto D-Drive. …)” … MD BRUELLAFFE …

So ähnlich muss man sich den Auftritt des Grossen Brüllaffen vorstellen. 

Es gibt Stichwörter, oder Schlüsselhandlungen, die ihn herbeirufen. Bei

älteren Menschen, besonders in Deutschland, ist das zum Beispiel die

Erwähnung des Wortes: “nationalsozialistisch.” Oder: „Du bist immer

schlampig.“ „Die sind alle korrupt.“ Das klingt für den grossen Affen so

etwa wie: „komm, komm, komm.“

Er ist unvermeidbar da bei körperlichen Angriffen, oder gewaltsamen

Auseinandersetzungen jeder Art.

Der Grosse Brüllaffe wurde keineswegs von den Nazis erfunden.

Aber wenn man sich alte Filme ansieht, dann stellt man fest, dass er dort

sicherlich dominant repräsentiert war. Wenn man die Reden des Herrn

Adolf Hitler anhört, dann weiß man, dass dieser Herr bei seinen Reden

dieses Tierchen so gut wie immer dabei hatte. Er hatte diesen Affen

offensichtlich regelrecht kultiviert. Sozusagen ein zahmer grosser

Brüllaffe. Und Millionen brüllten mit. Wir müssen heutzutage versuchen,

auch das rückgängig zu machen, was dieser Herr der Menschheit

vorgemacht und angetan hatte.

.  

Der Grosse Brüllaffe hat den zweiten Weltkrieg gut überlebt und ist

heutzutage putzmunter und nach wie vor international tätig, in allen

Ebenen der Gesellschaft. Er kann alle Sprachen der Welt und ist nicht

„totzukriegen“, denn er ist letztendlich ein biologisches Phänomen. Das

Gehirn “stürzt ab“ und stellt sich sozusagen auf die „Dos-Version“ um.

Das Fatale ist: Weil sein Auftritt so schnell sein muss, gleitet dieser

Affe bei seinem Auftritt regelrecht am denkenden und kontrollierenden

Gehirn des Menschen vorbei und wird daher von dem konstruktiv

denkenden Teil überhaupt nicht wahrgenommen bzw. schaltet dieses

sogar regelrecht ab.

Daher erklärt sich das Phänomen, dass der auf das Opfer gerichtet

Tunnelblick der prügelnden Polizisten bei Vorfällen in den USA den dort

tätigen Affen noch nicht einmal erlaubte, wahrzunehmen, dass über Ihnen

ein Hubschrauber kreiste und sie dabei filmte. “Bei uns in Deutschland”

gibt es sowas natürlich nicht! :-) Dafür sorgen “unsere” Staatsanwaltschaft

und Richterschaft  schon, die tapfer und unermüdlich mit einem

irrsinnigen Aufwand vorgehen gegen alle vorgehen, die es

wagen würden, derartiges zu behaupten. :-)

Aber das ist Gegenstand anderer Artikel, vgl. z.B. den Artikel

weiter unten über die Zensur in Deutschland.

.
Wie lädt man den Großen Brüllaffen wieder aus?

Man muss zunächst einmal die Anwesenheit dieses Tierchens überhaupt

bemerken. Häufig wird einfach so weiter gemacht, als sei nichts

geschehen, und der Grosse Brüllaffe sei gar nicht vorhanden. Und nichts

hasst dieser Affe mehr, als ignoriert zu werden. Er fängt dann also an,

erst recht zu brüllen, was das Zeug hält, und das ist erst ein Anfang.

Schnell treten seine „Freunde“ bei allen Anwesenden auf, und im Nu ist

ein richtiger Krieg im Gange. Wenn er so richtig gut drauf ist, dann

hört er erst bei der kompletten Vernichtung aller „Gegner“ wieder auf.

.  

Es gibt Techniken, wie man diesen Affen wieder auslädt. Sie werden

nicht instinktiv angewandt, sondern müssen erlernt werden.

Sehr gut beschrieben werden diese Techniken in dem Buch des Forschers

an der DUKE Universität Redford Williams „Anger Kills (“Seventeen

Strategies for Controlling the Hostility That Can Harm Your Health ,“)

dessen Lektüre sehr empfohlen wird.

Dabei konnten im Ergebnis die Hauptthese dieses Buchs, daß nämlich

„Ärger einen umbringt“ wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Ganz im

Gegenteil erwiesen sich derartige “Ärgermenschen” als besonders zäh und

langlebig. Hochinteressant sind die „Nebenprodukte“ der Forschung,

nämlich die wissenschaftliche Erforschung der Methoden, mit denen

Feindseligkeiten kontrolliert werden können.

.  

Einige der wichtigsten – eigentlich recht simplen – Methoden, den

Großen Brüllaffen wieder auszuladen, seien hier skizziert.

.

1. Änderung von Verhaltensmustern. Zu ändern sind insgesamt und

systematisch angelernte, sehr destruktive Verhaltensmuster, die von

unseren Vorfahren in unserer Gesellschaft uns leider bis heute immer

noch falsch beigebracht wurden und teilweise immer noch werden. Davon

wird im folgenden die Rede sein.

.

2. Zeit gewinnen. Wir brauchen nur ein wenig Zeit. Wenn nämlich

gar nichts passiert, wird es dem Affen recht schnell zu langweilig, und

er verschwindet wieder ganz von alleine dahin, wo er hergekommen ist.

Die Flachatmung wird wieder tiefer, die denkenden Ebenen des Gehirns

werden besser mit Sauerstoff versorgt, der Puls senkt sich, und vorüber

ist der Spuk. Je nachdem, wie groß der Brüllaffe ist, und wie wichtig

er sich selbst nimmt, liegt die Dauer bis zu seinem Verschwinden so

zwischen 5 und 15 Minuten. Eigentlich reicht es also aus, wenn man

dann, wenn das Tier versucht, aufzutreten, einfach eine Gesprächspause

anberaumt. Oder man setzt das Gespräch erst am kommenden Tag fort.

Das machen intelligente Menschen häufig auch so, allerdings, ohne es sich

rational bewusst zu machen, warum das eigentlich gemacht wird.

.  

3. Konflikte nicht sofort lösen. Es stimmt nicht, dass man

Konflikte immer sofort und auf der Stelle lösen muss, koste es, was es

wolle. Es stimmt auch nicht, dass der “gewinnt, “ der in einem Gespräch

am lautesten schreit. Die meisten Probleme unserer Zeit können eher mit

viel Ruhe und ruhigem Nachdenken gelöst werden. So etwas hasst der

Große Brüllaffe. Leider wird in unserer Gesellschaft dem großen Brüllaffen

immer noch häufig Zucker gegeben, indem man ihn “gewinnen” lässt. In

der Schule kriegt der einem mündlichen “Einser”, der die Antwort am

schnellsten rausbrüllt. In der Partei oder im Dorfrat, aber auch in der

grossen Politik ”gewinnen” immer die lautesten Brüller, bei Diskussionen

gewinnt sehr oft der lauteste und aufdringlichste Schreihals.

Das kann man abstellen, indem man dafür sorgt, dass es Redezeiten für

alle gibt. Dass Sätze zuende geredet werden, und dass jeder selbst

entscheiden darf, wann er zuende geredet hat. Leider basiert das

mitteleuropäische Denken noch viel zu viel auf dem Affengedanken. Das

Wort “Diskussion” zum Beispiel kommt aus dem Lateinischen,

Abschneiden. Von vornherein eingeplant wird dabei also, dass man

sich gegenseitig ins Wort fällt und dem Anderen die Rede abschneidet.  

.  

4. Körperliche Trennung mindestens bei Gewalt oder Drohung von

Gewalt. Wenn es bereits zu körperlichen Handlungen oder

Auseinandersetzungen gekommen ist, ist ohne wenn und aber als

allererstes eine körperliche Trennung (Distanz) zum dem oder

den Affen herzustellen. Wenn der Affe nämlich isoliert ist, sieht er keine

Notwendigkeit mehr für seine Tätigkeit und verzieht sich schleunigst.

 Jedenfalls im Normalfall.

.  

Die sofortige Trennung verträgt sich nicht mit der Ansicht des Affen,

der natürlich hier und jetzt auf der Stelle „gewinnen“ will. Daher gibt

es hier kein „instinktiv richtiges” Verhalten. Das ist alles dummer

Unsinn, der aber heute leider immer noch insbesondere von älteren

Personen beigebracht wird. die stellen sich den Personen, die die

Trennung herbeiführen wollen, auch noch in den Weg und erzwingen

durch derart törichtes Verhalten regelrecht gewaltsame

Auseinandersetzungen. Von der “alten Generation” kennen wir das noch,

der starre  Blick in die Augen, bei Kindern die in die richtige Richtung

gedrehte  Kinnlade, das Erzwingen, dass noch nicht einmal mit den

Augenwinkeln gezuckt werden darf, die Prügeleien. Vergewaltigung statt

Auseinandersetzung, so war das Motto. Schrecklich. Aber so, wie wir

heute wie von Zauberhand auf einmal eine Nazi-Generation von nur noch

“Wiederstandskämpfern” haben, gibt es ja plötzlich keine Eltern mehr,

die ihre Kinder früher systematisch geschlagen hätten. Niiiiie, wir doch

nicht. Oder, wenn ich eine Tante zitieren darf, die von ihrem Sohn

deswegen Vorhaltungen bekam: “Wir haben euch niemals geschlagen.

Und ausserdem hatte ihr das verdient.!” Dazu möchte ich nur vermerken,

dass bis in die siebziger Jahren das Schlagen von Kindern zur ganz

normalen und üblichen Erziehungsmethode gehörte, von höchsten Stellen

sanktioniert einschliesslich Staat und Kirche. Est dann wurde das

Schlagen von Kindern allmählich international geächtet, ähnlich wie

heutzutage die Zensur der Meinungsfreiheit.

Wer also vor  1970 aufgewachsen ist und behauptet, von seinen Eltern

niemals geschlagen worden zu sein, ist mit 99 prozentiger Sicherheit

schlicht ein unrealistischer Lügner.

Jeder Mensch muss regelrecht erlernen, bei derartigen Situationen die

sofortige Trennung herbeizuführen, die viel wichtiger ist als das

„gewinnen.“ Hier gibt es nichts zu gewinnen!

Das Golfspiel etwa soll daher ausgezeichnet für wichtige

Vertragsabschlüsse sein., weil es immer automatisch für kleine

“Trennungen” sorgt.

 Man schlägt ein paar Bälle, lenkt sich dadurch ab und der Affe

verschwindet. Und dann kann man wieder konstruktiv an

Probleme herangehen. Das leuchtet ein.

5. Jeder bestimmt die eigene Toleranzgrenze selbst. Wo diese Grenze

ist, ab der eine Beruhigung erforderlich ist, muss jeder Teilnehmer an

einem Gespräch selbst bestimmen dürfen. Nicht der Affe bestimmt das

(denn er findet niemals von alleine, dass es Zeit ist, aufzuhören, bis

er restlos „gewonnen“ hat!) sondern der, der dem Affen gegenübersteht.

Das darf nicht missverstanden werden. Wer meint, die Grenze sei

erreicht, und der Auftritt des Großen Brüllaffen stehe unmittelbar

bevor, möchte damit nicht „gewinnen“ oder „kontrollieren.“ Das darf

auch keineswegs so (miss)-verstanden werden. Kontrollieren werden muss

dadurch nur der GROSSE BRÜLLAFFE. Unabdingbar ist, dass jedem

erlaubt wird, sich jederzeit räumlich zu entfernen, wenn er den Eindruck

habe, dass der Herr Brüllaffe sich gerade meldet und das Gespräch

übernimmt.

Auf welchem Wege auch immer und bei wem auch immer.

.
Wie vermeidet man den Umgang mit dem Großen Brüllaffen?  

Zunächst einmal: Solange man die oben angegebenen Techniken

beherrscht, mit dem Großen Brüllaffen umzugehen, muss man ihn noch

nicht einmal unbedingt vermeiden. Ähnlich wie bei unerwünschtem

Besuch begrüßt man ihn, heißt ihn willkommen und wartet, bis er wieder

gegangen ist.

Es gibt Menschen, die NIEMALS brüllen. Sie sind immer beherrscht und

“nett”. Derartiges Verhalten erscheint nicht immer empfehlenswert. Denn

der Brüllaffe bahnt sich dann häufig letztendlich doch auf ganz andere Art

und Weise seinen Weg. Durch besonders heimtückisches Verhalten, oder

dadurch, dass diese Personen dann irgendwann einmal geradezu

explodieren.  Also, ich meine, lieber sollte man mit dem großen

Brüllaffen umgehen lernen und ihn akzeptieren bzw. sich mit seinen

Mechanismen beschäftigen.

Um auf Dauer ohne den Großen Brüllaffen auszukommen, empfiehlt sich

folgendes:

.  

1. Den Brüllaffen respektieren, aber die Verweigerung des Umgangs,

solange der große Brüllaffe aktiv wird. Man sollte sich grundsätzlich

weigern, mit dem großen Brüllaffen selbst zu “verhandeln.” Das ist

nervenaufreibend und im wesentlichen zwecklos, denn er ist ja nicht

konstruktiv und kann überhaupt nicht denken.

 Das ist der Grund, warum häufig bei aller Anschreierei überhaupt nichts

herauskommt. Im Ergebnis ist das eher unproduktive Zeitverschwendung.

 .

2. Kontakt mit eigenen Gefühlen. Es sei nur vermerkt, dass

 natürlich der Hintergrund ist, dass jeder mit seinen eigenen Gefühlen

in Kontakt tritt und auch auf kleinste Anzeichen achten sollte, und

zwar sowohl bei sich selbst auch bei anderen. Wer gereizt ist oder

gereizt wird, überlastet oder sonst wie gestresst, sollte frühzeitig

darüber nachdenken, wie weit es noch ist bis zum Großen Auftritt des

Großen Brüllaffen, und ob man das wirklich will. 

.  

3. Analyse von typischen Situationen des Auftritts. Es gibt häufig

Entwicklungen, bei der man den Großen Auftritt des Großen Brüllaffen

eigentlich schon hätte minutiös vorhersagen kann.

.  

Als Beispiel genannt sei da der „Besuch“ des Großen Brüllaffen in Form

eines Nervenzusammenbruchs einer vom Vorweihnachtsstress

überwältigten Mutter, pünktlich Heiligabend um 19.00 Uhr abends vor

der Bescherung. Alle Jahre wieder. 

Ebenso, wie derartige Entwicklungen vorausgesagt werden können, kann

man auch dagegen an wirken. Man muss sich bei dem

Beispiel etwa Gedanken darüber machen, wie der Vorweihnachtsstress

organisatorisch so abgebaut werden kann, dass die Überlastung nicht

genau am Heiligabend auftritt.

4. Bewusstmachung von versteckten Auslösern. Oder, dass man sich

die heimlichen Auslöser bewusst macht. Diese Auslöser kennt man.

Fatalerweise, je besser und intimer eine Beziehung ist, umso eher sind

wie bei einem guten Klavierspieler derartige Tasten vorhanden, auf die

nur leicht getippt werden braucht, und der Große Brüllaffe taucht

blitzartig auf in voller Pracht und Größe.

.  

5. Vereinbarung der Bedingungen zur Fortsetzung der wegen des

Großen Brüllaffen unterbrochenen Gespräche in entspannter Atmosphäre.

Vorher gut essen, locker bleiben. Ganz wichtig ist, dass man da

beharrlich bleibt. Wenn ein Gespräch wegen des großen Brüllaffen

unterbrochen wurde, dann sollte man nicht deshalb die Verhandlungen

abbrechen oder beleidigt sein. Es sollte einfach erneut ein Versuch

eines Gesprächs unternommen werden, und notfalls zwanzig. Jeder

Teilnehmer sollte dabei versuchen, sich die – nicht gebrüllten ! -

Argumente der Anderen anzuhören, bis zu seiner mentalen Grenze (bzw.

da, wo sich der GROSSE BRÜLLAFFE wieder meldet).

.  

6. Hilfreich hat sich bei besonders gespannten Situationen auch

erwiesen, dass die Positionen aufgeschrieben werden und ausgetauscht.

Sozusagen ein kleines „schriftliches Vorverfahren.“ Das geht natürlich

nur, wenn sich alle darauf einlassen.

.  

Ganz zum Schluss noch meine Entschuldigung an den „echten“ Brüllaffen

aus dem Zoo, der nichts mit diesem Artikel zu tun hat.

Stand vom 05. Febr. 2010

Autor und Copyright: A. Fischer alle Rechte vorbehalten.  info@anif.de

Tel. +49(0)7221-3939752

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