BEGEGNUNG MIT DEM GROSSEN BRÜLLAFFEN
05. Febr. 2010
Wer kennt den großen Brüllaffen nicht, wer wüsste nicht, wovon ich
spreche, wer wäre ihm noch nicht begegnet?
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Schon von weitem hört man ihn brüllen, daher hat er ja auch seinen
Namen. Manch einer muss sich täglich mit diesem Tier
auseinandersetzen, andere nur hin und wieder. Gerne hat er seine
Auftritte bei familiären Auseinandersetzungen.
Er ist überall dabei, wo es um Gewalt und Zerstörung geht. Auch in der
Kanzlei des Rechtsanwalts, in der Familie, auf der Straße, in der Schule,
bei der Arbeit, und in manchen Gerichtssälen hat er hin - und
wieder seinen grossen Auftritt.
Daher sei ihm dieser Aufsatz gewidmet.
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Der große Brüllaffe ist der Affe, der in uns allen hockt und nur darauf
lauert, endlich mal wieder aufzutreten. Manchmal ist er nur ein
harmloses Streicheläffchen, ein anderes Mal ein gefährliches, reißendes
Raubtier. Jedes Baby hat trägt einen in sich, wobei es diesem meist nur
darum geht, die Windeln gewechselt zu bekommen oder der Wunsch nach
Nahrung oder Zuwendung. Und “er” ist beleibe nicht immer ein Er.
Auch weibliche Brüllaffen gibt es zuhauf.
Mit zunehmender Emanzipation gibt es auch eine zunehmende Anzahl an Frauen,
die meinen, alle anderen zusammenschreien zu dürfen, wie es ihnen gerade paßt.
Ich war mal mit solch einer Brülläffin verheiratet. Ehrlich.
Drei und mehr Stunden lang Anbrüllen auf kurze Entfernung, -
das war ihre Spezialität.
Bleibt nur zu bemerken: … und glücklich geschieden! Im Folgenden ist darum im Zweifel
“er” auch als “sie” zu verstehen.
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Der Große Brüllaffe hat seine besten Auftritte in sogenannten „Ho-
Phasen“ (Ho steht dabei für das Englische hostile, feindlich, aggressiv).
Er kommt ganz plötzlich unangemeldet zum Vorschein, und zwar
eigentlich bei jedem von uns. Der Affe taucht auf, ohne dass wir ihn
bewusst einladen oder auch nur wollten oder uns eingestehen, dass er da
ist. Er ist ganz plötzlich einfach mitten unter uns und richtet dann
meistens jede Menge Unheil an.
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Manchmal muss man natürlich auch nur brüllen, weil der Zuhörer
schwerhörig ist, und manchmal ist dieser Zuhörer in Wirklichkeit gar
nicht schwerhörig. Es gibt sogar Dirigenten, die die Musiker ihres
Orchesters (das sind per Definition Menschen, die ganz feine Ohren
haben) ununterbrochen anbrüllen! Das ist so ein Mittelding aus “nicht-
gehört-werden” und Platzhirschverhalten. Bei dem Platzhirsch ist das so
ähnlich, nur dass dort die Brunft dazu kommt. Aber dieser Artikel geht
nicht über den Hirsch, sondern über den Affen!
…
Die – eigentlich großartigen - Fähigkeiten des Großen Brüllaffens, die
seine Daseinsberechtigung sind, können beschrieben werden wie folgt:
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Tunnelblick, Kurzatmung, hoher Blutdruck, äußerst aggressiv, nicht zum
konstruktiven Denken fähig. Schneller Adrenalinausstoß gesteuert von der
Hypophyse in die Blutadern, dadurch blitzschnelle und unbewusste
körperliche Aktionen und - Reaktionen. Sein Auftreten wird nicht vom
denkenden, konstruktiven Gehirn des modernen Menschen eingeleitet
oder kontrolliert. Es handelt sich um Instinktreaktionen auf gewisse
Auslöser („mandible-reaction“).
Sein Einsatz ist geeignet und eigentlich evolutionsmäßig beispielsweise
dazu bestimmt, lebensbedrohlichen Angriffen von Säbelzahntigern,
Giftspinnen und ähnlichem Getier wirkungsvoll und schnell zu begegnen.
Nur, dass es heute davon recht wenige mehr in unserer Gesellschaft gibt.
Wir sind alle heute weder Säbelzahntiger noch Giftspinnen. Auch wenn
man bei dem Verhalten von einigen Mitmenschen unter uns den Eindruck
bekommen möchte, dass die Evolution davon doch ein paar Gene
bei einigen unserer Menschen eingeschleusst haben könnte und dort
um einige Stufen zurück geblieben sein könnte. Oder, viel
wahrscheinlicher, der grosse Brüllaffe musste früher auch gegen andere
Brüllaffen kämpfen und zwar auf Leben und Tod. Manchmal wurden die
besiegten Brüllaffen im Anschluss daran sogar gekocht und gegessen.
Das kommt heutzutage eher weniger häufig vor.
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Spass beiseite. Alt ist er, unser Affe. Uralt. Viel älter als ein Neandertaler.
Viel älter als wir uns es überhaupt vorstellen können.
Und entsetzlich unbeirrbar. Er gewinnt immer (nach seiner eigenen,
beschränkten Ansicht). Und er merkt leider nicht im Geringsten, wenn er
destruktiv wird.
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Mit seiner Tätigkeit ist er immer hochzufrieden. Je mehr dabei kaputt
geht, umso besser.
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In Wirklichkeit gewinnt dieser Affe natürlich keineswegs, sondern macht
jede intelligente Kommunikation oder Problemlösungen nur kaputt.
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Das hört man dann an – ebenfalls gebrüllten - Sätzen wie: „schrei mich
nicht so an!“, ganz besonders beliebt bei alten Ehepaaren, aber
natürlich nicht nur bei diesen. So etwas liebt der Große Brüllaffe!
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Konstruktives Denken scheidet per Definition aus, so lange der Affe da
ist. Er ist nicht im geringsten bisschen geeignet zur
zwischenmenschlichen Problemlösung im einundzwanzigsten
Jahrhundert.
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Wie wird der Grosse Brüllaffe herbeigerufen?
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Der Affe im Menschen sitzt in den tieferen, archaischeren Ebenen der
menschlichen Gehirnrinde fest verankert. Mir ist einmal ein Computer
mit dem System Vista abgestürzt, und vorhanden und benutzbar war
dann nur noch die DOS-Funktion. „C://“
“CD D:// (Change Directory and goto D-Drive. …)” … MD BRUELLAFFE …
So ähnlich muss man sich den Auftritt des Grossen Brüllaffen vorstellen.
Es gibt Stichwörter, oder Schlüsselhandlungen, die ihn herbeirufen. Bei
älteren Menschen, besonders in Deutschland, ist das zum Beispiel die
Erwähnung des Wortes: “nationalsozialistisch.” Oder: „Du bist immer
schlampig.“ „Die sind alle korrupt.“ Das klingt für den grossen Affen so
etwa wie: „komm, komm, komm.“
Er ist unvermeidbar da bei körperlichen Angriffen, oder gewaltsamen
Auseinandersetzungen jeder Art.
Der Grosse Brüllaffe wurde keineswegs von den Nazis erfunden.
Aber wenn man sich alte Filme ansieht, dann stellt man fest, dass er dort
sicherlich dominant repräsentiert war. Wenn man die Reden des Herrn
Adolf Hitler anhört, dann weiß man, dass dieser Herr bei seinen Reden
dieses Tierchen so gut wie immer dabei hatte. Er hatte diesen Affen
offensichtlich regelrecht kultiviert. Sozusagen ein zahmer grosser
Brüllaffe. Und Millionen brüllten mit. Wir müssen heutzutage versuchen,
auch das rückgängig zu machen, was dieser Herr der Menschheit
vorgemacht und angetan hatte.
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Der Grosse Brüllaffe hat den zweiten Weltkrieg gut überlebt und ist
heutzutage putzmunter und nach wie vor international tätig, in allen
Ebenen der Gesellschaft. Er kann alle Sprachen der Welt und ist nicht
„totzukriegen“, denn er ist letztendlich ein biologisches Phänomen. Das
Gehirn “stürzt ab“ und stellt sich sozusagen auf die „Dos-Version“ um.
Das Fatale ist: Weil sein Auftritt so schnell sein muss, gleitet dieser
Affe bei seinem Auftritt regelrecht am denkenden und kontrollierenden
Gehirn des Menschen vorbei und wird daher von dem konstruktiv
denkenden Teil überhaupt nicht wahrgenommen bzw. schaltet dieses
sogar regelrecht ab.
Daher erklärt sich das Phänomen, dass der auf das Opfer gerichtet
Tunnelblick der prügelnden Polizisten bei Vorfällen in den USA den dort
tätigen Affen noch nicht einmal erlaubte, wahrzunehmen, dass über Ihnen
ein Hubschrauber kreiste und sie dabei filmte. “Bei uns in Deutschland”
gibt es sowas natürlich nicht! :-) Dafür sorgen “unsere” Staatsanwaltschaft
und Richterschaft schon, die tapfer und unermüdlich mit einem
irrsinnigen Aufwand vorgehen gegen alle vorgehen, die es
wagen würden, derartiges zu behaupten. :-)
Aber das ist Gegenstand anderer Artikel, vgl. z.B. den Artikel
weiter unten über die Zensur in Deutschland.
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Wie lädt man den Großen Brüllaffen wieder aus?
Man muss zunächst einmal die Anwesenheit dieses Tierchens überhaupt
bemerken. Häufig wird einfach so weiter gemacht, als sei nichts
geschehen, und der Grosse Brüllaffe sei gar nicht vorhanden. Und nichts
hasst dieser Affe mehr, als ignoriert zu werden. Er fängt dann also an,
erst recht zu brüllen, was das Zeug hält, und das ist erst ein Anfang.
Schnell treten seine „Freunde“ bei allen Anwesenden auf, und im Nu ist
ein richtiger Krieg im Gange. Wenn er so richtig gut drauf ist, dann
hört er erst bei der kompletten Vernichtung aller „Gegner“ wieder auf.
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Es gibt Techniken, wie man diesen Affen wieder auslädt. Sie werden
nicht instinktiv angewandt, sondern müssen erlernt werden.
Sehr gut beschrieben werden diese Techniken in dem Buch des Forschers
an der DUKE Universität Redford Williams „Anger Kills (“Seventeen
Strategies for Controlling the Hostility That Can Harm Your Health ,“)
dessen Lektüre sehr empfohlen wird.
Dabei konnten im Ergebnis die Hauptthese dieses Buchs, daß nämlich
„Ärger einen umbringt“ wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Ganz im
Gegenteil erwiesen sich derartige “Ärgermenschen” als besonders zäh und
langlebig. Hochinteressant sind die „Nebenprodukte“ der Forschung,
nämlich die wissenschaftliche Erforschung der Methoden, mit denen
Feindseligkeiten kontrolliert werden können.
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Einige der wichtigsten – eigentlich recht simplen – Methoden, den
Großen Brüllaffen wieder auszuladen, seien hier skizziert.
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1. Änderung von Verhaltensmustern. Zu ändern sind insgesamt und
systematisch angelernte, sehr destruktive Verhaltensmuster, die von
unseren Vorfahren in unserer Gesellschaft uns leider bis heute immer
noch falsch beigebracht wurden und teilweise immer noch werden. Davon
wird im folgenden die Rede sein.
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2. Zeit gewinnen. Wir brauchen nur ein wenig Zeit. Wenn nämlich
gar nichts passiert, wird es dem Affen recht schnell zu langweilig, und
er verschwindet wieder ganz von alleine dahin, wo er hergekommen ist.
Die Flachatmung wird wieder tiefer, die denkenden Ebenen des Gehirns
werden besser mit Sauerstoff versorgt, der Puls senkt sich, und vorüber
ist der Spuk. Je nachdem, wie groß der Brüllaffe ist, und wie wichtig
er sich selbst nimmt, liegt die Dauer bis zu seinem Verschwinden so
zwischen 5 und 15 Minuten. Eigentlich reicht es also aus, wenn man
dann, wenn das Tier versucht, aufzutreten, einfach eine Gesprächspause
anberaumt. Oder man setzt das Gespräch erst am kommenden Tag fort.
Das machen intelligente Menschen häufig auch so, allerdings, ohne es sich
rational bewusst zu machen, warum das eigentlich gemacht wird.
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3. Konflikte nicht sofort lösen. Es stimmt nicht, dass man
Konflikte immer sofort und auf der Stelle lösen muss, koste es, was es
wolle. Es stimmt auch nicht, dass der “gewinnt, “ der in einem Gespräch
am lautesten schreit. Die meisten Probleme unserer Zeit können eher mit
viel Ruhe und ruhigem Nachdenken gelöst werden. So etwas hasst der
Große Brüllaffe. Leider wird in unserer Gesellschaft dem großen Brüllaffen
immer noch häufig Zucker gegeben, indem man ihn “gewinnen” lässt. In
der Schule kriegt der einem mündlichen “Einser”, der die Antwort am
schnellsten rausbrüllt. In der Partei oder im Dorfrat, aber auch in der
grossen Politik ”gewinnen” immer die lautesten Brüller, bei Diskussionen
gewinnt sehr oft der lauteste und aufdringlichste Schreihals.
Das kann man abstellen, indem man dafür sorgt, dass es Redezeiten für
alle gibt. Dass Sätze zuende geredet werden, und dass jeder selbst
entscheiden darf, wann er zuende geredet hat. Leider basiert das
mitteleuropäische Denken noch viel zu viel auf dem Affengedanken. Das
Wort “Diskussion” zum Beispiel kommt aus dem Lateinischen,
Abschneiden. Von vornherein eingeplant wird dabei also, dass man
sich gegenseitig ins Wort fällt und dem Anderen die Rede abschneidet.
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4. Körperliche Trennung mindestens bei Gewalt oder Drohung von
Gewalt. Wenn es bereits zu körperlichen Handlungen oder
Auseinandersetzungen gekommen ist, ist ohne wenn und aber als
allererstes eine körperliche Trennung (Distanz) zum dem oder
den Affen herzustellen. Wenn der Affe nämlich isoliert ist, sieht er keine
Notwendigkeit mehr für seine Tätigkeit und verzieht sich schleunigst.
Jedenfalls im Normalfall.
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Die sofortige Trennung verträgt sich nicht mit der Ansicht des Affen,
der natürlich hier und jetzt auf der Stelle „gewinnen“ will. Daher gibt
es hier kein „instinktiv richtiges” Verhalten. Das ist alles dummer
Unsinn, der aber heute leider immer noch insbesondere von älteren
Personen beigebracht wird. die stellen sich den Personen, die die
Trennung herbeiführen wollen, auch noch in den Weg und erzwingen
durch derart törichtes Verhalten regelrecht gewaltsame
Auseinandersetzungen. Von der “alten Generation” kennen wir das noch,
der starre Blick in die Augen, bei Kindern die in die richtige Richtung
gedrehte Kinnlade, das Erzwingen, dass noch nicht einmal mit den
Augenwinkeln gezuckt werden darf, die Prügeleien. Vergewaltigung statt
Auseinandersetzung, so war das Motto. Schrecklich. Aber so, wie wir
heute wie von Zauberhand auf einmal eine Nazi-Generation von nur noch
“Wiederstandskämpfern” haben, gibt es ja plötzlich keine Eltern mehr,
die ihre Kinder früher systematisch geschlagen hätten. Niiiiie, wir doch
nicht. Oder, wenn ich eine Tante zitieren darf, die von ihrem Sohn
deswegen Vorhaltungen bekam: “Wir haben euch niemals geschlagen.
Und ausserdem hatte ihr das verdient.!” Dazu möchte ich nur vermerken,
dass bis in die siebziger Jahren das Schlagen von Kindern zur ganz
normalen und üblichen Erziehungsmethode gehörte, von höchsten Stellen
sanktioniert einschliesslich Staat und Kirche. Est dann wurde das
Schlagen von Kindern allmählich international geächtet, ähnlich wie
heutzutage die Zensur der Meinungsfreiheit.
Wer also vor 1970 aufgewachsen ist und behauptet, von seinen Eltern
niemals geschlagen worden zu sein, ist mit 99 prozentiger Sicherheit
schlicht ein unrealistischer Lügner.
Jeder Mensch muss regelrecht erlernen, bei derartigen Situationen die
sofortige Trennung herbeizuführen, die viel wichtiger ist als das
„gewinnen.“ Hier gibt es nichts zu gewinnen!
Das Golfspiel etwa soll daher ausgezeichnet für wichtige
Vertragsabschlüsse sein., weil es immer automatisch für kleine
“Trennungen” sorgt.
Man schlägt ein paar Bälle, lenkt sich dadurch ab und der Affe
verschwindet. Und dann kann man wieder konstruktiv an
Probleme herangehen. Das leuchtet ein.
5. Jeder bestimmt die eigene Toleranzgrenze selbst. Wo diese Grenze
ist, ab der eine Beruhigung erforderlich ist, muss jeder Teilnehmer an
einem Gespräch selbst bestimmen dürfen. Nicht der Affe bestimmt das
(denn er findet niemals von alleine, dass es Zeit ist, aufzuhören, bis
er restlos „gewonnen“ hat!) sondern der, der dem Affen gegenübersteht.
Das darf nicht missverstanden werden. Wer meint, die Grenze sei
erreicht, und der Auftritt des Großen Brüllaffen stehe unmittelbar
bevor, möchte damit nicht „gewinnen“ oder „kontrollieren.“ Das darf
auch keineswegs so (miss)-verstanden werden. Kontrollieren werden muss
dadurch nur der GROSSE BRÜLLAFFE. Unabdingbar ist, dass jedem
erlaubt wird, sich jederzeit räumlich zu entfernen, wenn er den Eindruck
habe, dass der Herr Brüllaffe sich gerade meldet und das Gespräch
übernimmt.
Auf welchem Wege auch immer und bei wem auch immer.
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Wie vermeidet man den Umgang mit dem Großen Brüllaffen?
Zunächst einmal: Solange man die oben angegebenen Techniken
beherrscht, mit dem Großen Brüllaffen umzugehen, muss man ihn noch
nicht einmal unbedingt vermeiden. Ähnlich wie bei unerwünschtem
Besuch begrüßt man ihn, heißt ihn willkommen und wartet, bis er wieder
gegangen ist.
Es gibt Menschen, die NIEMALS brüllen. Sie sind immer beherrscht und
“nett”. Derartiges Verhalten erscheint nicht immer empfehlenswert. Denn
der Brüllaffe bahnt sich dann häufig letztendlich doch auf ganz andere Art
und Weise seinen Weg. Durch besonders heimtückisches Verhalten, oder
dadurch, dass diese Personen dann irgendwann einmal geradezu
explodieren. Also, ich meine, lieber sollte man mit dem großen
Brüllaffen umgehen lernen und ihn akzeptieren bzw. sich mit seinen
Mechanismen beschäftigen.
Um auf Dauer ohne den Großen Brüllaffen auszukommen, empfiehlt sich
folgendes:
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1. Den Brüllaffen respektieren, aber die Verweigerung des Umgangs,
solange der große Brüllaffe aktiv wird. Man sollte sich grundsätzlich
weigern, mit dem großen Brüllaffen selbst zu “verhandeln.” Das ist
nervenaufreibend und im wesentlichen zwecklos, denn er ist ja nicht
konstruktiv und kann überhaupt nicht denken.
Das ist der Grund, warum häufig bei aller Anschreierei überhaupt nichts
herauskommt. Im Ergebnis ist das eher unproduktive Zeitverschwendung.
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2. Kontakt mit eigenen Gefühlen. Es sei nur vermerkt, dass
natürlich der Hintergrund ist, dass jeder mit seinen eigenen Gefühlen
in Kontakt tritt und auch auf kleinste Anzeichen achten sollte, und
zwar sowohl bei sich selbst auch bei anderen. Wer gereizt ist oder
gereizt wird, überlastet oder sonst wie gestresst, sollte frühzeitig
darüber nachdenken, wie weit es noch ist bis zum Großen Auftritt des
Großen Brüllaffen, und ob man das wirklich will.
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3. Analyse von typischen Situationen des Auftritts. Es gibt häufig
Entwicklungen, bei der man den Großen Auftritt des Großen Brüllaffen
eigentlich schon hätte minutiös vorhersagen kann.
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Als Beispiel genannt sei da der „Besuch“ des Großen Brüllaffen in Form
eines Nervenzusammenbruchs einer vom Vorweihnachtsstress
überwältigten Mutter, pünktlich Heiligabend um 19.00 Uhr abends vor
der Bescherung. Alle Jahre wieder.
Ebenso, wie derartige Entwicklungen vorausgesagt werden können, kann
man auch dagegen an wirken. Man muss sich bei dem
Beispiel etwa Gedanken darüber machen, wie der Vorweihnachtsstress
organisatorisch so abgebaut werden kann, dass die Überlastung nicht
genau am Heiligabend auftritt.
4. Bewusstmachung von versteckten Auslösern. Oder, dass man sich
die heimlichen Auslöser bewusst macht. Diese Auslöser kennt man.
Fatalerweise, je besser und intimer eine Beziehung ist, umso eher sind
wie bei einem guten Klavierspieler derartige Tasten vorhanden, auf die
nur leicht getippt werden braucht, und der Große Brüllaffe taucht
blitzartig auf in voller Pracht und Größe.
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5. Vereinbarung der Bedingungen zur Fortsetzung der wegen des
Großen Brüllaffen unterbrochenen Gespräche in entspannter Atmosphäre.
Vorher gut essen, locker bleiben. Ganz wichtig ist, dass man da
beharrlich bleibt. Wenn ein Gespräch wegen des großen Brüllaffen
unterbrochen wurde, dann sollte man nicht deshalb die Verhandlungen
abbrechen oder beleidigt sein. Es sollte einfach erneut ein Versuch
eines Gesprächs unternommen werden, und notfalls zwanzig. Jeder
Teilnehmer sollte dabei versuchen, sich die – nicht gebrüllten ! -
Argumente der Anderen anzuhören, bis zu seiner mentalen Grenze (bzw.
da, wo sich der GROSSE BRÜLLAFFE wieder meldet).
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6. Hilfreich hat sich bei besonders gespannten Situationen auch
erwiesen, dass die Positionen aufgeschrieben werden und ausgetauscht.
Sozusagen ein kleines „schriftliches Vorverfahren.“ Das geht natürlich
nur, wenn sich alle darauf einlassen.
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Ganz zum Schluss noch meine Entschuldigung an den „echten“ Brüllaffen
aus dem Zoo, der nichts mit diesem Artikel zu tun hat.
Stand vom 05. Febr. 2010
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